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17.07.2020 - Stadtrat – Mehrheit stimmt für Auslobung eines Ideenwettbewerbs

Der Stadtrat hat in seiner Sitzung am 15.07.2020 der Auslobung des Ideenwettbewerbs zur Umgestaltung der „Kommandantenvilla“ mehrheitlich zugestimmt. Die Stadt Frankenberg/Sa. wird ab 1. August 2020 einen internationalen Ideenwettbewerb für Architekten und Künstler sowie interdisziplinäre Teams mit Erfahrungen in ganzheitlicher oder memorialer Ausstellungsgestaltung ausloben. Ziel des Wettbewerbs ist es, die auf dem Gelände der Gedenkstätte liegende sogenannte „Kommandantenvilla“ des ehemaligen Konzentrationslagers (KZ) Sachsenburg zu sichern und als Teil der zu errichtenden Gedenkstätte umzugestalten.

Die „Kommandantenvilla“, die von Anfang 1933 bis zum 12. Juli 1937 ein zentrales Element der NS-Herrschaft vor Ort darstellte, ist in einem ruinösen Zustand. Eine komplette Sanierung ist aufgrund des schlechten Zustandes der Bausubstanz und Statik des Gebäudes nicht möglich. Von den Einreichungen wird erwartet, Ideen für die verschiedenen Herangehensweisen zur Umgestaltung der „Kommandantenvilla“ unter Betrachtung der erhaltbaren Elemente zu entwickeln, um sie später mit dem Sieger des Wettbewerbes zu realisieren. Rechtsgutachten, Statik- und Baugutachten sowie denkmalbehördliche Auflagen ergänzen die Aufgabenstellung des Ideenwettbewerbes, um den Wettbewerbsteilnehmern einen umfassenden Überblick der Situation zu übermitteln. Die Stadt Frankenberg/Sa. wird bei diesem Vorhaben vom Büro FachGesellschaft für Umweltplanung und Stadtentwicklung mbH (fagus) aus Markleeberg begleitet. Diese Maßnahme wird finanziert durch die Stiftung Sächsische Gedenkstätten aus Steuermitteln auf Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushalts. Die Gesamtkosten des Wettbewerbes werden auf 40.000 Euro geschätzt, davon werden 36.000 Euro seitens der Stiftung gefördert.

Den Stadträten war bis zur Sitzung die Möglichkeit gegeben Einblick in die Auslobungsunterlagen zu erhalten und Stellungnahmen abzugeben. Zwei Stadträte haben die Unterlagen eingesehen.

Auf Antrag der CDU-Fraktion wurde der Beschluss zur Auslobung namentlich abgestimmt. Während ein Mitglied der AfD Fraktion seinen Platz verlassen und damit seine Stimme entzogen hat, stimmten insgesamt 15 Stadträte für die Auslobung des Ideenwettbewerbs zur Umgestaltung der „Kommandantenvilla“, drei Stadträte stimmten dagegen, zwei enthielten sich der Stimme.

Zum aktuellen Stand der Errichtung der Gedenkstätte KZ Sachsenburg informierte Dr. Mykola Borovyk, promovierter Historiker, welcher seit Januar diesen Jahres als wissenschaftlicher Projektmitarbeiter bei der Stadtverwaltung tätig ist. Zur Erfüllung seiner Aufgaben ist er beim Gemeinschaftswerk Frankenberg/Sa. angestellt. Zu seinen Aufgaben gehören vor allem die Qualifizierung des Antrages auf Bundesgedenkstättenförderung und damit die wissenschaftliche Projektleitung zur Koordination der Errichtung der Gedenkstätte KZ Sachsenburg. Das Konzept der Gedenkstätte sieht die Innendauerausstellung in dem Gebäude der ehemaligen Kommandantur vor. Für die Planung von Baumaßnahmen in diesem Gebäude fehlt allerdings eine restauratorische Untersuchung des Gebäudes. Darüber hinaus sollen die Möglichkeiten des barrierefreien Zugangs und die Brandschutzanforderungen berücksichtigt werden. Eine entsprechende Infrastruktur - Parkplätze, Beleuchtung, Leitsystem - ist ebenso erforderlich. Der Gebäudekomplex der ehemaligen Spinnerei Sachsenburg ist einer der am besten erhaltenen Gebäudekomplexe der frühen nationalsozialistischen Konzentrationslager und damit einzigartig und soll in diesem Zustand in der zukünftigen Gedenkstätte dargestellt werden.

Mit diesen Erkenntnissen und aufgrund der corona-bedingten Einschränkungen wurde seitens der Stadt entschieden, den Antrag auf Bundesgedenkstättenförderung um ein Jahr zu verschieben. Auch soll bis September ein gesellschaftlicher und wissenschaftlicher Beirat gebildet werden.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt bei dem Aufbau des Kommunikations- und Dokumentationszentrums. Dieses wird in der ersten Etage der „Fischerschänke“ in Sachsenburg umgesetzt. Das Zentrum ist als Interimsstandort während des Aufbaus der Gedenkstätte vorgesehen und dient als Anlaufpunkt für Information, Dokumentation und Recherche sowie zur Kommunikation. Für das Zentrum haben bereits die Baumaßnahmen begonnen. Die Fertigstellung ist für Oktober/November diesen Jahres geplant.

Weiterhin wirkte Dr. Borovyk, in Zusammenarbeit mit der Lagerarbeitsgemeinschaft KZ Sachsenburg, bei der Umsetzung des zweiten Teils der Ausstellung "Pfad der Erinnerung" mit. Wie er mitteilte, befinden sich die Tafeln des Pfades jetzt in Umsetzung.

Als eine weitere wichtige Aufgabe für seine Arbeit vor Ort sieht Dr. Borovyk die Kommunikation und Bekanntmachung der Ziele und Aufgaben der künftigen Gedenkstätte. Ein erster Schritt ist die Organisation der Wanderausstellung "stolen memory", welche vom Arolsen-Archiv vorbereitet wurde. Die Ausstellung erzählt über eine Kampagne des Arolsen-Archives zur Rückgabe persönlicher Gegenstände von ehemaligen KZ-Häftlingen an ihre Angehörigen und ist für Ende September geplant.

 

Pressestelle
Stadt Frankenberg/Sa.

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