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28.04.2017 - Schloss Sachsenburg wird wieder lebendig

Das Schloss Sachsenburg ist steingewordene sächsische Geschichte. Mehr als fünf Monate hat Diplomrestaurator Michael Lange den restauratorischen und denkmalpflegerischen Zustand von Schloss Sachsenburg ermittelt. Dabei galt es, die Grundlagen und den Umfang der weiteren Arbeiten zu erfassen und zu bewerten.

Die Ergebnisse der ersten Untersuchungen präsentierte Diplomrestaurator Michael Lange in diesen Tagen dem Architekten Herrn Kind von IPROconsult, Herrn Nimoth vom Landesamt für Denkmalpflege, den Vertretern vom Ingenieurbüro Niehsen-Baumann und der Wohnungsgesellschaft mbH Frankenberg/Sa. In Anbetracht der Ergebnisse hat sich die durchaus zeitintensive Arbeit gelohnt, denn Schloss Sachsenburg hat einen sensationellen Bestand, so der einhellige Tenor der Experten. „Die Anzahl der Räume auf der Schlossanlage, die spätgotisch ausformuliert sind, sind bemerkenswert. Wände, Decken, Gewölbe, Fenster sowie Türen stammen aus einer Zeit, die über 500 Jahre zurückliegt“, sagte der Restaurator. Zahlreiche kleine Rechtecke und Quadrate im Erdgeschoss geben erste Einblicke. Zudem erbrachten die Untersuchungen, dass die Wandmalereien in unterschiedlichen Zeitabschnitten entstanden, erläuterte Lange.

An einem Fenster im Nebenraum der kleinen Kapelle fand der Diplomrestaurator Rahmenfüllungen mit einem integrierten Engel. An anderer Stelle legte er eine Öffnung frei, die den Blick in die kleine Kapelle eröffnet. In der kleinen Kapelle gibt es einen weiteren bemerkenswerten Fund!

An der Empore hat Lange die Darstellung zweier Weihekreuze gefunden, die vermutlich aus der Zeit vor der Reformation stammen könnten. Im Zuge weiterer Untersuchungen werden weitere Weihekreuze gesucht, denn nach der Weihe der Kirche wurden symbolisch insgesamt 12 Weihekreuze gezeichnet. Sehr kräftige Farb-Kontraste finden sich u.a. am Gewölbe in der Durchfahrt. Diese Ausmalungen zeugen von einer Umbauphase in den 1920iger Jahren.

Michael Lange habe den Anwesenden plastisch vor Augen geführt, "was für einen großen Fundus-, mit Originalen aus dem 15. Jahrhundert-, wir in dem Schloss haben", resümierte Herr Nimoth. In den kommenden Wochen werde zu entscheiden sein, welche Flächen davon vollständig freigelegt und restauriert werden, ergänzte der wissenschaftliche Mitarbeiter des Landesamtes für Denkmalpflege. Das Landesamt für Denkmalpflege bewertet das Bauwerk als eines der baukünstlerisch qualitätsvollsten und historisch aussagekräftigsten Zeugnisse herrschaftlicher Profanbaukunst am Ende des Mittelalters in Sachsen. Aus diesem Grund wird die verfolgte Konzeption zur Sanierung, Restaurierung und Umnutzung des Schlosses durch das Landesamt ausdrücklich unterstützt, nicht zuletzt auch aufgrund der hervorragenden planerischen Zusammenarbeit aller Beteiligten.

Das Schloss, welches im Besitz der Stadt Frankenberg/Sa. ist, soll unter Berücksichtigung denkmalpflegerischer und restauratorischer Anforderungen an das Gebäude, vollumfänglich restauriert und saniert werden. Teilflächen sollen überwiegend öffentlich nutzbar werden. Die Stadt Frankenberg/Sa. erhielt im Dezember 2015 den Zuwendungsbescheid aus dem Förderprogramm „Städtebaulicher Denkmalschutz“. Der bewilligte Finanzrahmen von rund 7,9 Millionen Euro (davon ca. 7,1 Millionen Euro Zuschuss) ist ausschließlich zur Umsetzung der notwendigen Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten des Wohnschlosses vorgesehen. Damit wurde der Grundstein für einen intensiven Prozess gelegt, welcher die Nachnutzung des Schlosses zum Ziel hat.

Im April 2016 wurde auf der Grundlage von diversen Untersuchungen und Erkenntnissen der vergangenen Jahre ein erstes Sanierungs- und Nutzungskonzept vorgelegt. Die darin aufgezeigten Nutzungsmöglichkeiten reichen von der klassischen Schlossführung und der Einrichtung von kleinteiligen Ausstellungsräumen zur Schlossgeschichte über die Durchführung von Tagungen einschließlich Gastronomie bzw. Catering bis hin zum Angebot von Trauzeremonien.

Die vorbereitenden Untersuchungen des Diplomrestaurators Michael Lange sind zwischenzeitlich abgeschlossen. Der Ergebnisbericht ist einer der wesentlichen Grundlagen der weiteren Entwurfsplanungen und der damit einhergehenden Konkretisierung des Nutzungskonzeptes. Die Entwurfsplanungen, die im Herbst 2017 erwartet werden, werden somit den denkmalgerechten, vertretbaren Umgang mit dem bemerkenswertem spätgotischen Wohnschloss Rechnung tragen und die ersten Schritte der Wiederbelebung des Schlossareals aufzeigen.

 Pressestelle Stadt Frankenberg/Sa.

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