Ansprechpartner

Frau Sandra Saborowski
Bildungsmanagerin
Markt 15
09669 Frankenberg/Sa.

Tel.: + 49 37206 64 - 1112
E-Mail:
s.saborowski@frankenberg-sachsen.de

100fach mobil

Am Dienstag, den 13. August 2024, fand das Auftakttreffen des Projekts „100fach mobil“ statt. Trotz der sommerlichen Hitze waren zahlreiche Teilnehmer erschienen, um über umweltfreundliche Mobilität in Frankenberg/Sa. zu sprechen. Organisiert wurde das Treffen vom Landesverband Nachhaltiges Sachsen e.V. in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung.

Das Projekt „100fach mobil“ des Landesverbands Nachhaltiges Sachsen e.V. hat das Ziel, in Frankenberg/Sa. vielfältige Mobilität ohne eigenes Auto zu fördern. Es handelt sich um ein Experiment: Die teilnehmenden Haushalte sollen für ein Jahr – sofern vorhanden – auf ihr Auto verzichten und auf umweltfreundliche Verkehrsmittel umsteigen. Als Unterstützung erhalten sie einen monatlichen Mobilitätszuschuss in Höhe des Deutschlandtickets. Erfreulich ist, dass sich ausreichend Interessenten für die Durchführung des Experiments gemeldet haben.

 

Artikel: https://www.frankenberg-sachsen.de/Aktuell/details.htm?newsID=19198F3A43D

Neue Impulse für Frankenbergs Mobilität: Einblicke aus dem Projekt -100fach mobil-

Seit drei Monaten läuft das Projekt „100fach mobil“ in Frankenberg/Sa., organisiert vom Landesverband Nachhaltiges Sachsen e. V. in Zusammenarbeit mit der Stadt. Ziel des Projekts ist es, eine vielfältige Mobilität ohne eigenes Auto zu fördern und herauszufinden, wie alltagstauglich der Umstieg für verschiedene Teilnehmende ist. Beim Workshop am 7. November im Haus der Vereine berichteten die Teilnehmenden von ihren Erfahrungen und Herausforderungen.

 

Artikel: https://www.frankenberg-sachsen.de/Aktuell/details.htm?newsID=1932584E386

Frankenbergs Schüler gestalten ihre Stadt mit

Wie sieht ein sicherer und angenehmer Schulweg aus? Diese Frage stand im Mittelpunkt eines Projekttags an der Erich-Viehweg-Oberschule am 25. April 2025, bei dem sich die Klassen 7a und 7c intensiv mit ihrer Schulumgebung auseinandersetzten. Organisiert wurde der Tag vom ADFC Sachsen e.V. und dem Landesverband Nachhaltiges Sachsen e.V. Die Schülerinnen und Schüler gingen dabei selbst auf Erkundungstour.

 

Artikel: https://www.frankenberg-sachsen.de/Aktuell/details.htm?newsID=1971721DE84

ÖPNV-Dialogforum Frankenberg - Zwischen Realismus und Visionen

Zum Modellprojekt „100fach mobil“ gehörte auch ein öffentliches Dialogforum zum öffentlichen Nahverkehr.

Nach einem Jahr praktischer Erprobung wurde besonders in Frankenberg deutlich: Für viele Menschen ist es nicht einfach, auf das Auto zu verzichten – vor allem in den Ortsteilen. Schwache Anbindungen am Wochenende, fehlende Abendverbindungen und Anschlussbrüche im Busnetz erschweren die Nutzung des ÖPNV erheblich. Um über diese Erfahrungen ins Gespräch zu kommen und mögliche Verbesserungen zu diskutieren, luden die Stadt und das Projektteam gemeinsam zum Dialogforum ein.

 

Artikel: https://www.frankenberg-sachsen.de/Aktuell/details.htm?newsID=199759CB48B

Vom Mobilitätsexperiment zur Beteiligungskultur: Rückblick auf -100fach mobil-

Wie lässt sich die Verkehrswende in Klein- und Mittelstädten voranbringen? Mit dieser Frage haben wir vor zwei Jahren unser Modellprojekt „100fach mobil“ gestartet, bewusst als Experiment im Alltag. Statt Konzepte zu entwerfen, haben 60 Haushalte in Frankenberg/Sa., Markkleeberg und Pirna ein Jahr lang praktisch erprobt, wie Mobilität mit deutlich weniger Auto funktionieren kann. Sie nutzten Bus und Bahn, das Fahrrad oder kombinierte Verkehrsmittel und wurden dabei durch ein monatliches Mobilitätsbudget in Höhe des Deutschlandtickets unterstützt. Ihre Erfahrungen reflektierten sie regelmäßig gemeinsam mit den Stadtverwaltungen.

Am 3. Dezember kamen die Beteiligten im Verkehrsmuseum Dresden zusammen, um Bilanz zu ziehen. Im Mittelpunkt standen dabei weniger Zahlen als Erkenntnisse aus dem Alltag. Wo funktioniert nachhaltige Mobilität bereits gut? Wo stößt sie an Grenzen? Und welche Erfahrungen lassen sich auf andere Klein- und Mittelstädte übertragen?

Was in den drei Städten passiert ist
Im Verkehrsmuseum Dresden trafen Projektteilnehmende, Bürgermeister und Verwaltungsmitarbeitende aus den drei Städten, Fachleute aus Verbänden sowie Interessierte aus ganz Sachsen aufeinander. In der ersten Tagungshälfte zogen die drei Projektkommunen Bilanz. Teilnehmende und Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Verwaltung berichteten, was sich im Alltag verändert hat und wo weiterhin Herausforderungen bestehen. Dabei wurde schnell deutlich: Jede Stadt bringt eigene Voraussetzungen und Fragestellungen mit.

Frankenberg/Sa.: Lebendiger Austausch und lückenhafter ÖPNV

In der kleinsten Projektkommune Frankenberg/Sa. ist die Gruppe besonders eng zusammengewachsen. Der Austausch mit der Verwaltung war intensiv und von gegenseitigem Interesse geprägt. Zentrales Thema war der ÖPNV. Schlecht abgestimmte Linienfahrpläne und schwer erreichbare Ortsteile stellten für viele Teilnehmende eine große Hürde für autofreie Mobilität dar, wie Projektteilnehmerin Lisette Tolxdorf berichtete. Harald Schmitz erzählte, dass er das Auto im Laufe des Projekts fast vollständig stehen gelassen hat. Nur für die Nachbarschaftshilfe greife er noch darauf zurück – ein Aspekt geteilter Mobilität, der für ihn neu an Bedeutung gewonnen hat. Udo Gassner blickte vor allem nach vorn und zeigte sich motiviert, seine Mobilität auch über das Projekt hinaus weiter umzustellen. Auch aus Sicht der Stadtverwaltung brachte das Projekt wichtige Erkenntnisse. Sandra Saborowski und Florian Aurich betonten, dass gemeinsame Bustouren und Vor-Ort-Begehungen einen Perspektivwechsel ermöglicht haben. „Hürden und Probleme wurden so unmittelbar erlebbar“, lautete ihr Fazit. Die Stadt will diesen Dialog fortsetzen und hat dafür eine Mobilitäts-AG ins Leben gerufen.

Was das Mobilitätsexperiment in Bewegung gebracht hat
Über die gesamte Laufzeit hinweg stand der Dialog zwischen Bürgerinnen und Bürger und Verwaltung im Mittelpunkt des Projekts. Neben Workshops fanden Vor-Ort-Begehungen, Radtouren und öffentliche Dialogforen zu Fußverkehr, Radverkehr und ÖPNV statt. Dieser Ansatz, Mobilität im Alltag zu erproben und gemeinsam zu beobachten, erwies sich als tragfähig und
übertragbar. In allen drei Städten konnten konkrete Verbesserungen angestoßen werden. Dazu zählen zusätzliche Fahrradstellplätze, Prüfungen von Ampelschaltungen und punktuelle Verbesserungen der Radinfrastruktur. Oft waren es kleine Schritte, die den Alltag jedoch spürbar erleichtern.
Entscheidend war der kontinuierliche Austausch. Ein weiterer Schwerpunkt war die Einbindung von Kindern und Jugendlichen. In allen Projektkommunen fanden Workshops mit 6. und 7. Klassen statt, ergänzt durch öffentliche Schulwegforen. Dort brachten Schülerinnen und Schüler ihre Perspektiven zur Schulwegsicherheit ein und diskutierten diese auch mit Bürgermeistern und Verwaltung. So wurden Mobilitätsbedürfnisse sichtbar, die im Planungsalltag häufig zu wenig berücksichtigt werden.

Was es jetzt braucht: Ergebnisse aus den Workshops
In der zweiten Tagungshälfte arbeiteten die Teilnehmenden in Workshops daran, die gesammelten Erfahrungen zu bündeln und weiterzudenken. Deutlich wurde, dass Projekte wie „100fach mobil“ verstetigt und ausgeweitet werden sollten. Ihre besondere Stärke liegt in der Verbindung von Beteiligung, Wissenstransfer und Perspektivwechsel.
Für die Infrastruktur gilt, dass konkrete Mobilitätsprobleme gelöst werden sollten, statt abstrakte Konzepte zu entwickeln. Dabei ist es sinnvoll, klein anzufangen und gleichzeitig langfristig zu denken. Geteilte Mobilität und Carsharing sollten ausgebaut werden, ebenso braucht es den
Abbau von Verwaltungs- und Finanzierungshürden. In der Kommunikation wurde ein positiver, lösungsorientierter Ton als wichtig benannt, ebenso der stärkere Austausch zwischen Kommunen.
Auch soziale Aspekte, gesundheitliche Effekte und Mitgestaltung erwiesen sich als zentrale Faktoren für Akzeptanz.
Zum Abschluss der Tagung wurden die Ergebnisse aus Projekt und Workshops aus fachlicher Perspektive gespiegelt. Vertreterinnen und Vertreter aus dem Projektbeirat, der „100fach mobil“ über die gesamte Laufzeit begleitet hat, diskutierten, welche Erkenntnisse übertragbar sind und
was es braucht, damit nachhaltige Mobilität in Klein- und Mittelstädten vorankommt.
Isabell Gall (ADFC Sachsen), Anne-Sophie Berner (VCD Elbe-Saale) und Markus Haubold (Fahrgastverband PRO BAHN Mitteldeutschland) machten deutlich, wie zentral eine ausgebaute Infrastruktur, verlässliche Angebote und kontinuierliche Beteiligung sind – und dass Projekte wie „100fach mobil“ wichtige Lernräume für Kommunen und Zivilgesellschaft schaffen.

Projektende, kein Schlusspunkt
Mit der Abschlusstagung endet „100fach mobil“, nicht aber das Engagement, das in den Städten entstanden ist. In allen drei Kommunen gibt es Menschen und Strukturen, die weiter aktiv bleiben wollen, etwa in einer Mobilitäts-AG in Frankenberg/Sa., im Bürgerverein in Markkleeberg oder in einer neu gegründeten Fahrradgruppe in Pirna.

Unser Fazit lautet: Nachhaltige Mobilität in Klein- und Mittelstädten ist möglich, wenn Menschen beteiligt werden und gemeinsam an Lösungen arbeiten. Auch kleine Verbesserungen zählen.
„100fach mobil“ hat gezeigt, wie viel entstehen kann, wenn ausprobiert, zugehört und gemeinsam gelernt wird. Verkehrswende ist kein fertiges Konzept, sondern ein gemeinsamer Prozess, der sich auf andere Kommunen übertragen lässt.

 

Stephanie Scholz & Kaya Schwab 
Projekt „100fach mobil“
Landesverband Nachhaltiges Sachsen e.V.